Einleitung

  • Tabakkonsum in der Schweiz: 25,9% der Bevölkerung (15 Jahre und älter) rauchen, 18,9% tun dies regelmässig und 7% gelegentlich.
  • 56 Prozent (2011) der täglich Rauchenden möchten mit dem Rauchen aufhören. Über 2/3 der Raucher haben innerhalb eines Jahres Kontakt mit ihrem Hausarzt.
  • Weitere Informationen zum Tabakkonsum siehe Suchtmonitoring.
  • Die wirksame und evidenzbasierte Kurzintervention zum Rauchstopp gehört in die hausärztliche Praxis.
  • Bei wiederholtem Scheitern früherer Abstinenzversuche oder schwerer Tabakabhängigkeit sollte eine intensivere Behandlung mit Lernhilfen, unterstützenden Verlaufsgesprächen und Medikamenten angeboten werden.
  • Als Alternative oder als Ergänzung zur hausärztlichen Tätigkeit bietet sich eine Überweisung an eine Suchtfachstelle an.
  • Bei einem Rauchstopp sollte auch der Alkoholkonsum und ein allfälliger Cannabiskonsum erfragt werden. Liegt ebenfalls ein Cannabiskonsum vor, ist ein gleichzeitiger Konsumstopp von Tabak und Cannabis zu prüfen. Insgesamt besteht eine erhöhte Prävalenz für einen Cannabiskonsum bei vorrangigem Tabakkonsum im Vergleich zu vorrangiger Tabakabstinenz. Zudem zeigen verschiedene Forschungsergebnisse zu Ausstiegsprogrammen für Tabak bzw. Cannabis, dass sich der Konsum der jeweils anderen Substanz während eines Rauchstopps verstärkt. Integrativer Cannabis- und Tabak-Rauchstoppkurs siehe www.i-cut.ch. (Vgl. auch Tabak-Gateway-Hypothese und Umkehrung im SuchtMagazin-Artikel „I-cut – gleichzeitige Rauchentwöhnung von Tabak und Cannabis“, SuchtMagazin „Tabak“ 3&4|2012).
  • Der Konsum von Nikotin hat eine Auswirkung auf die zerebrale Entwicklung beim Jugendlichen. Im Artikel Tabakentwöhnung: Update 2011 finden sich Hinweise zur Raucherentwöhnung bei Jugendlichen. Im SuchtMagazin 5|2012 zu Adoleszenz finden sich in den Artikeln „Adoleszenz, Sozialisationsinstanzen und Substanzkonsum“ und „Das adoleszente Gehirn und Suchtentwicklung“ ebenfalls Hinweise auf den Nikotinkonsum.

Ziele für den Hausarzt

  • Alle Raucher in der Hausarztpraxis identifizieren und im Sinne einer Kurzintervention auf ihre Veränderungsbereitschaft ansprechen.
  • Die Behandlungsresultate der Rauchstopp-Behandlung verbessern. Ärzte sollen alle Patienten, die einen Aufhörversuch machen möchten, ermutigen, die empfohlenen Beratungen und medikamentösen Behandlungen in Anspruch zu nehmen. Bei den Interventionen bei aufhörwilligen Patienten sollen Ärzte drei Beratungsstrategien miteinbeziehen: 
    • Psychologische Unterstützung anbieten,
    • Basisinformationen über Nikotinabhängigkeit vermitteln
    • Praktische Ratschläge zur Problemlösung anbieten

Methode und Übersicht

 
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