Einleitung Geldspielsucht 

Geldspielsucht gehört zu den Verhaltenssüchten.

Definition

Im weiteren Verlauf wird der Begriff Geldspiele synonym für Glückspiele verwendet.

Als Geldspiele werden Spiele bezeichnet:

  • deren Spielergebnis völlig oder weitgehend zufallsbestimmt ist,
  • die einen monetären oder geldwerten Gewinn in Aussicht stellen, und
  • einen mit Gewinnerwartung und Verlustrisiko verbundenen Einsatz erfordern.

Der hohe Spielanreiz von Geldspielen und deren potentiell schädliche Folgen gründen vor allem darauf, dass sie i.d.R. mit monetären Einsätzen und Gewinnerwartungen verbunden sind.

Bestimmte Börsenspekulationen haben ebenfalls suchtspezifischen Geldspiel-Charakter.

Verbreitung legaler Geldspiele

Angeboten werden legale Geldspiele in der Schweiz derzeit:

  • 21 auf Bundesebene konzessionierte Spielbanken (Casinos)
  • auf Kantonsebene regulierte Lotterieanbieter "Swisslos" und "Loterie Romande",
  • In den Grenzregionen wird auch das umfangreiche Geldspiel - Angebot der Nachbarländer vermehrt genutzt.
  • Weitere legale Lotterie- und Wettangebote von Kleinveranstaltern sind von geringer Bedeutung.  

Detaillierte Beschreibungen der Angebote siehe unter Geldspielprodukte.

Nutzung legaler Geldspiele

Die Nutzung legaler Geldspiele ist weit verbreitet in der Schweiz:

  • Etwa dreiviertel der Schweizer Bevölkerung hat schon einmal an Geldspielen teilgenommen.
  • Das legale Lotterie- und Wettangebot wird hierbei mit Abstand am häufigsten genutzt.

Nutzung illegaler Spiele

  • Die Möglichkeit zur Teilnahme an illegal angebotenen Geldspielen ist in der Schweiz gross. Solche werden z.B. in Hinterzimmern, sog. Clubs, wie auch im Internet angeboten. 

Prävalenzraten

Prävalenzraten problematischen und pathologischen Spielverhaltens in der Schweiz liegen in einer Grössenordnung von:

  • Etwa 0.7% der Gesamtbevölkerung (12-Monats-Prävalenz) deren Nutzung von Geldspielen als problematisch eingestuft wird.
  • Der Anteil pathologischen Geldspielverhaltens wird auf um die 0,44% der Gesamtbevölkerung geschätzt (12-Monats-Prävalenz).
  • Bei jedem exzessiven Geldspieler sind ca. 10 weitere Personen aus dem näheren Umfeld mitbelastet. Aufgrund dessen ist die tatsächliche Problemlast vergleichbar mit derjenigen von Alkoholerkrankungen oder affektiven Störungen.

Pyramide DE

 

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