Prävention

  • Die Prävention ist grundsätzlich auf zwei Achsen aufgebaut:
    • Verhaltensprävention, auf Person zentriert
    • Verhältnisprävention basierend auf Reglementierung und gesetzlicher Grundlage

Verhaltensprävention

  • Universelle und selektive Präventionsmassnahmen, welche einerseits auf die Sensibilisierung der Allgemeinbevölkerung abzielen und andererseits Risikogruppen im Fokus haben (z.B. junge erwachsene Männer). Diese werden von den kantonalen und interkantonalen Präventionsorganisationen angeboten (vgl. www.sos-spielsucht.ch)
  • Indizierte Prävention können z.B. gratis Helpline-Angebote sein, welche Betroffenen und Angehörigen zur Verfügung stehen.

Verhältnisprävention

Lotterien

  • Diese finanzieren über eine zweckgebundene Abgabe die Präventionsaktivitäten der Kantone. Sie sind per Gesetz angehalten, die Spieler über die Risiken des Geldspiels und Unterstützungsmöglichkeiten aufzuklären, sowie eine Sperrmöglichkeit für Online-Spiele anzubieten.
  • Die Tactilo-Automaten in den Cafés/Bars der Romandie sind besonders problematisch, da keine persönliche Registrierung notwendig ist und somit keine Altersüberprüfung ermöglicht. Fast die Hälfte der Patienten in störungsspezifischer Behandlung sind Tactilo-Spieler.

Casinos

  • Zugangskontrollen sind vorgeschrieben (Alter 18 Jahre).
  • Ein Sozialkonzept muss in jedem Casino, welches die Früherkennung von problematischen Spielern erlaubt, vorhanden sein.
  • Die Möglichkeit der freiwilligen Spielsperre, welche schweizweite Gültigkeit hat, muss gegeben sein.
  • Das Personal wird bezüglich Früherkennung regelmässig geschult und sie sind angehalten, mit den regionalen Suchtfachstellen zusammen zu arbeiten.
  • Casinos sind verpflichtet, Spieler die über ihren finanziellen Verhältnissen spielen, zu sperren.
  • Es besteht auch die Möglichkeit, sich in grenznahen Casinos sperren zu lassen.

Online-Geldspiele

  • Das Anbieten von Online Geldspielen in der Schweiz ist verboten. Eine Ausnahme bilden die Angebote der Landeslotterien. Grundsätzlich nicht strafbar macht sich ein Spieler, welcher an Online-Glücksspielen teilnimmt. Diese Anbieter haben in der Regel jedoch nur ein Minimum an Informationen und Spielerschutzmassnahmen.
  • Indem Minderjährige Prepaid Karten (paysafecards) nutzen, ist es für sie einfach auf diesen ausländischen Seiten zu spielen.

Ein neues Geldspielgesetz ist in Ausarbeitung. Die Öffnung des Marktes für Online-Casino-Angebote ist vorgesehen. Massnahmen zur Prävention und zum Spielerschutz werden harmonisiert und sollen für Lotterien und Casinos, basierend auf der Gefährlichkeit der Spiele, gleichermassen gelten.

 

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